Gabriele Senft



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Buchtipp

 

    
Fotojournalistin  
Gabriele Senft

"Jahrgang 49"
    
- Fotografien aus vier Jahrzehnten -



Balden-OleFriedenskonvoi-Belgrad-1999
Zuhörer-1989Theodorakis
Hager-Gundermann1989
Hochzeit-Berlin-1986


Gabriele Senft:

„Anlass dieser Ausstellung war mein 60. Geburtstag im Juli 2009. 
Ich möchte den Betrachter mitnehmen auf eine Zeitreise durch
4 Jahrzehnte, beginnend im Jahr 1970 in der DDR bis zum heutigen Leben in einem Land, in dem ich meine Fototätigkeit weiterhin einsetzen möchte für alle die, die ihre Hoffnung auf eine Welt mit sozialer Gerechtigkeit und ohne Kriege nicht aufgegeben haben.“

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Pressebericht:


Märkische Allgemeine Zeitung 11.11.2009
FOTOGRAFIE: Bilder mit klarem Bekenntnis

Gabriele Senft hat ihren Blickwinkel zuweilen geändert, ihre Überzeugung nicht
von René Gaffron

BELZIG - Zum 60. Geburtstag ist Gabriele Senft in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. In der Backsteinvilla an der Berliner Straße der Kur- und Kreisstadt, die heute das Jugendfreizeitzentrum Pogo beherbergt, hatte sie einst das Licht der Welt erblickt. Jetzt zeigt die Fotojournalistin dort die Bilder ihres Lebens. „Jahrgang ’49“, lautet der Titel der Ausstellung, die bereits in Berlin-Lichtenberg ihr Publikum gefunden hat, fast ein wenig schlicht.

Die Aufnahmen aus 40-jähriger Berufstätigkeit – je 20 vor und nach der politischen Wende – haben durchweg Anziehungskraft. „Wer von Gabriele Senft porträtiert worden ist, dem hat sie wirklich in die Augen geschaut“, zitiert Hans Hübner, politischer Autor aus Berlin und ebenso mit Wurzeln in Belzig, ein Erfolgsrezept seiner Mitstreiterin, die einst von Horst Sturm geschult worden war.

Es sind zunächst vor allem Künstler wie Mikis Theodorakis, Ruth Werner oder Gerhard Gundermann; Anlässe wie der Weltfriedenstag oder die Weltfestspiele der Jugend, die von der Angestellten des Bildressorts beim staatlichen Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN) dokumentiert werden. Die Arbeiten passen in das Gesamtbild, das von der Eigendarstellung der ehemaligen Republik in Erinnerung geblieben ist. „Die kritische Sichtweise fehlte mir erst einmal“, räumt die Fotografin ein. Sie ließ sich überreden, wegzulassen, wenn ein Motiv hätte Ärger bringen können. Erst beim Niedergang der DDR, die Konfrontation vor Augen, habe sich ihr Blickwinkel geändert.

Den eigenen Grundüberzeugungen für Frieden und Gerechtigkeit ist sie allerdings treu geblieben, hat unter diesen Prämissen ihre Expositionen und Bücher von Brennpunkten in aller Welt zusammengestellt. Lediglich kleinere, linke Verlage drucken heutzutage gelegentlich, was Gabriele Senft von einem klaren Standpunkt aus mit der Kamera festhält. Die Konsequenz, damit trotz anspruchsvoller Bilder nur wenig Geld zu verdienen, trägt sie ausdrücklich mit Stolz.

Neben der berührenden Darstellung individueller Schicksale bemüht sie Demonstrationslosungen wie „Wurde diese Grenze aufgehoben, damit wir zusammen gegen andere Völker in den Krieg ziehen?“ (am Brandenburger Tor in Berlin) oder „Merkt Euch für die nächste Wahl, Kapital ist nie sozial!“. Stimmt der Betrachter damit nicht überein, fühlt er sich zumindest herausgefordert. Das rustikale Ambiente unter dem Dach des einstigen Gutshauses dürfte dem Anliegen dienlich sein und den Blick auf das Wesentliche schärfen. Die Präsenz ausgerechnet im Jugendtreff, dessen Entwicklung sie ab Mitte der 90er-Jahre immer wieder verfolgt hat, empfindet Gabriele Senft jedenfalls als großes Glück.

Selbst schließt sich für die Heimkehrerin persönlich der Kreis, wie viele herzliche Begegnungen zur Eröffnung am vergangenen Wochenende gezeigt haben. Schließlich erinnert sie sich an unbeschwerte Ferientage bei den Großeltern – noch fern vom Ernst des Lebens. „Das heißt nicht, dass ich mit meiner Arbeit abgeschlossen habe, sondern ich mache weiter“, sagt Gabriele Senft.

Fotoausstellung „Jahrgang ’49“ von Gabriele Senft täglich (bis Weihnachten) von 12 bis 20 Uhr im Jugendfreizeitzentrum Pogo, Belzig, Berliner Straße 4, (03 38 41) 3 0107 (Schulklassen bitte anmelden!). 

 
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Pressebericht:
 
Neues Deutschland (ND) 17.07.2009 

"Augenblicke aus vier Jahrzehnten"

Ausstellung einer engagierten Fotojournalistin »Jahrgang 49« in der GBM-Galerie 

von Uta Herrmann 

»Jahrgang 49« heißt die aktuelle Ausstellung der Fotojournalistin Gabriele Senft, die in der Galerie der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) in Berlin-Lichtenberg zu sehen ist. Der Titel ruft vielfältige Assoziationen hervor – sei es zu Liedern der gleichnamigen DDR-Liedergruppe oder zu einem Land, das abgeschafft wurde. Die sind beabsichtigt, denn es ist auch ihr Jahrgang. »Dennoch ist dies keine Ausstellung über meine Person, sondern über 40 Berufsjahre, 20 davon in der DDR, die mich sehr geprägt haben«, erklärt die Fotografin. Im Land Brandenburg, in Belzig, geboren und in Luckau das Abitur abgelegt, hat sie ihre Wurzeln in der DDR.

Fotografin wie auch Betrachter der 65 Tafeln mit zirka 85 überwiegend Schwarzweiß-Abbildungen sind gleichermaßen Zeitzeugen. Eigene Geschichten und Erinnerungen werden wach, wenn man zum Beispiel vor dem Bild aus dem Jahre 1987 mit Mikis Theodorakis auf dem Rosa-Luxemburg-Platz steht. Hier gehörte man zu den »begeisterten Fans« wie sie die Aufnahme nannte. Oder das Konzert von Mercedes Sosa im Palast der Republik, 1973 die Weltfestspiele und viele mehr. Der Besucher fühlt sich mit der Fotografin verbunden, war man doch zur gleichen Zeit am selben Ort. Das wird er auch vor anderen Aufnahmen aus den vergangenen 20 Jahren feststellen.

Die engagierte Journalistin ist mit ihrer Kamera immer dort anzutreffen, wo Menschen gegen den Krieg und für Frieden demonstrieren, dort wo sie soziale Gerechtigkeit fordern, wo sie gemeinsam mit Angela Davis Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts gedenken oder bei Konzerten mit kubanischen Künstlern. »Einige kenne ich noch, als ich beim Festival des politischen Liedes fotografierte. Diese Wochen im Februar zählen zu meinen schönsten Erinnerungen aus der DDR-Zeit.«

Bis 1990 war Gabriele Senft bei der staatlichen Nachrichtenagentur ADN-Zentralbild beschäftigt und hat vorrangig auf dem Gebiet der Kultur fotografiert. Nicht ganz freiwillig hat sie ihre Arbeit dort beendet. »Ich ging aber auch nicht ungern, weil sich der ADN doch sehr verändert hatte«. Zunächst als Fotoreporterin bei der »Jungen Welt« angestellt, ist die in Berlin lebende Fotografin seit 1993 freischaffend für sozial engagierte Medien, darunter auch das ND, tätig und zeigt ihre Aufnahmen immer wieder in thematischen Ausstellungen. Ihre Stärke ist es, sich für die Schwachen der Gesellschaft einzusetzen. Mit ihren festgehaltenen Momenten möchte sie vermittelnd wirken und linke soziale Bewegungen stärken. Dabei ist sie häufig mehr als nur Fotodokumentaristin. So fuhr sie auch als Mutter zweier Söhne mit dem Friedenskonvoi der »Mütter gegen den Krieg« nach Belgrad. In ihrem Buch »Die Brücke von Varvarin« zeigt sie die NATO-Kriegsverbrechen und setzt sich für eine Entschädigung der Betroffenen ein. Sie ist Ehrenmitglied im Berufsverband der Arbeiterfotografie e.V., sowie in der Arbeitsgruppe Solidarität bei der GBM aktiv und bei EcoMujer, einer Vereinigung von deutschen und kubanischen Frauen.

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