Am Weltfriedenstag, dem 1. September 2010, zum 71. Jahrestag des Überfalls
der deutschen Wehrmacht auf Polen, wird die neue Kellergalerie des Coop Cafe in
der Rochstraße 3, 10178 Berlin, mit einer Fotoausstellung unter dem Titel:
"Berlin gegen Krieg" eröffnet.
Diese wurde
zusammengestellt von engagierten Fotografen in Berlin, auf Initiative von
Hartmut Ihlefeldt, der seit Jahren auch soziale Bewegungen, Demonstrationen und
politische Geschichte, mit seiner Kamera, dokumentarisch und kreativ begleitet.
Die Mitglieder des Bundesverbandes der Arbeiterfotografen bilden ein Forum
für politisch und sozial engagierte Fotografen. Der Verband gründete sich
innerhalb der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts und war während des
Faschismus verboten. Seit 1978 gibt es erneut Gruppen, die sich dieser sozial
engagierten Fotografie verbunden fühlen. Durch ihre Fotoreportagen, regelmäßige
Ausstellungen und Veranstaltungen sowie die Zeitschrift Arbeiterfotografie hat
dieser Verband nicht nur unter linken Bewegungen einen anerkannten Namen
erlangt. Dieses mal wurde als Ausstellungsort ein seit fünf Jahren bestehender
kleiner Treffpunkt für verschiedene linke und fortschrittliche Initiativen in
Berlin-Mitte ausgewählt. Hier wird es auch einen Vortrag zur Geschichte der
Arbeiterfotografie in Deutschland, von Hartmut Ihlefeldt, geben.
Der Titel der Ausstellung
"Berlin gegen Krieg" deutet auf das zentrale Thema der ausgestellten Arbeiten
hin, bildet gleichzeitig aber auch den Bezugspunkt zum Ort der Ausstellung und
einer hier verfassten Berliner Erklärung gegen den Krieg.
Im Coop Cafe wurde
Ende 2009 "Berlin gegen Krieg" verfasst, ein kurzes politisches Manifest, dass
inzwischen von über 700 Bürgern, Künstlern, Gewerbetreibenden,
Bürgerinitiativen, Umweltaktivisten und Politikern unterzeichnet wurde.
Die
Erklärung "Berlin gegen Krieg" fordert den Abzug deutscher Truppen aus
Afghanistan, die Ächtung von Krieg als Mittel der Politik und ein Ende der immer
dramatischer werdenden Umweltzerstörung, die durch Militär und Kriege noch
verschärft wird.
Eine rückwärtsgewandte, antisoziale Politik und die
Manipulation in den Massenmedien
werden mitverantwortlich gemacht für
zunehmende Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und immer weiter um sich greifendes
rechtes Gedankengut.
Eine ganze Reihe von
Unterstützern hat die Erklärung bisher mit eigenen Kunstaktionen,
Veröffentlichungen, im Internet, auf Demos und auf Veranstaltungen verbreitet.
So kam es auch zur Idee der jetzigen Fotoausstellung in einer kleinen
Kellergalerie im Coop selbst.
Die Ausstellung "Berlin gegen Krieg" will
vor dem Hintergrund engagierter Arbeiten einiger Arbeiterfotografen Raum bieten
für Denkanstöße und Diskussionen zur besseren Vernetzung politischer Aktivisten
und deren Initiativen.
Im Rahmen der Ausstellung sind mehrere Veranstaltungen
geplant, die in Kürze auf der Webseite angekündigt werden:
Gabriele Senft -
Buchvorstellung und Vortrag über die Bombardierung in Varvarin (Serbien).
Gabriele Senft ist Ehrenmitglied im Verband der Arbeiterfotografen,
Fotojournalistin u.a. für "Junge Welt" und "Der Freitag" und zeigt zum Anlass
auch Fotos zum Thema.
Andreas Bräutigam wird zum
Thema: "Geschichtswerkstatt Lichtenrade – Woher – Wohin ?" einen Vortrag
halten.
Die Gesellschaft für
Fotografie, mit Dietrich Eckhardt und seinen „Berliner Lesezeichen“ ist
ebenfalls mit ihren interessanten Bildern beteiligt.
John Heartfield,
weltbekannter Künstler u.a. für die Arbeiter Illustrierte Zeitung, erhält einen
Ehrenplatz in der Ausstellung.